Nachdem sich seit etwa 1806 Juden im Wuppertal angesiedelt hatten, entstand bald die Notwendigkeit, einen eigenen Friedhof anzulegen. 1810 erwarb Joseph Meyer (gest. 1819) für die noch kleine jüdische Gemeinschaft einen Begräbnisplatz "auf der Heide, ostwärts vom Hardtbusch, hoch auf dem Engelnberg." (Fritz Jorde) 1867 war dieser Friedhof voll belegt, so dass die Gemeinde ein benachbartes Grundstück zur Erweiterung dazu kaufte. Hier wurden u.a. die Eltern Else Lasker-Schülers, Aron (1825-1897) und Jeanette Schüler (1839-1890) sowie ihr Lieblingsbruder Paul (1861-1882) beigesetzt. Nur noch dieser jüngere, heute "ruhende" Teil des Friedhofs ist vorhanden, da der ältere in der Zeit des Nationalsozialismus verlauft werden musste und überbaut wurde.

Friedhof Weißenburgstraße, Elberfeld: Das Grab der Eltern Else Lasker-Schülers.
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Friedhof Hugostraße, Barmen: Gesprungene Jugendstil-Glasplatte am Grab von Caroline Ulrich
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1894 trennten sich die Barmer Juden offiziell von der Elberfelder Gemeinde ab. Eine der ersten Maßnahmen war der Erwerb eines eigenen Friedhofs an der Hugostraße, der sogar mit einer Kappelle versehen wurde, die in der so genannten Reichskristallnacht zum 10. Nov 1938 ausbrannte. Auf diesem Friedhof befinden sich neben den Grabstätten des Gemeindegründers Hermann Wahl auch die des Rabbiners Dr. Victor Grabowski und weiterer prominenter Mitglieder der jüdischen Gemeinde Barmen, aber auch die von 21 russischen Zwangsarbeitern. Auch dieser Friedhof ist heute geschlossen, kann aber auf Anfrage besucht werden.
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Friedhof Weinberg, Elberfeld
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Nur zwei Jahre später kauften auch die Elberfelder einen neuen, großen Friedhof am Weinberg, der auch heute noch benutzt wird. Auf dem Hügel malerisch als Park zu beiden Seite einer Allee angelegt, ist er heute ein Spiegel der Geschichte der Wuppertaler Juden im gesamten 20. Jahrhundert - beginnend mit stolzen Erbbegräbnissen reüssierter Familien, Grabstätten gefallener Soldaten des Ersten Weltkriegs, die des langjährigen Elberfelder Rabbiners Dr. Zacharias Auerbach, der Rabbinerfamilie Dr. Joseph Norden und engagierten Bürgern der Stadt wie z.B. Max Simon, Grabstätten und Gedenksteinen für Opfer des Holocaust (Freitod und Urnen), schlichte Gräber der Nachkriegszeit und die der in den letzten Jahrzehnten gestorbenen Menschen, viele von ihnen Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion. Dieser Friedhof ist, außer am Schabbat und an jüdischen Feiertagen, geöffnet.
Die Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal fühlt sich für dieses jüdische Kulturerbe in der Stadt Wuppertal verantwortlich und hat deshalb als einen weiteren Schritt ihrer Bildungsarbeit eine erste und vorläufige Dokumentation durch den Historiker Dr. Heinz-Werner Würzler erstellen lassen. Anhand der drei Einzellisten für jeden der drei Friedhöfe und anhand der Gesamtliste für sämtliche Grabstätten ist es nun möglich, gezielt nach Namen und Daten zu suchen und den Begräbnisort zu finden.
Friedhof Weinberg, Elberfeld |
Friedhof Weißenburgstraße, Elberfeld |
Friedhof Hugostraße, Barmen |
Gesamtverzeichnis der jüdischen Friedhöfe |
Wir verfügen selbstverständlich noch über weitere Informationen zu jedem Grab, die in den Listen nicht enthalten sind, aber gern auf Anfrage weiter gegeben werden können: bas-wuppertal@gmx.de
Das Projekt wurde freundlicherweise unterstützt vom Kulturbüro der Stadt Wuppertal.
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