 Grundmauer der alten Elberfelder Synagoge, Ausgrabung
| Obwohl Wuppertal nicht unbedingt eine Stadt mit langer und reicher jüdischer Geschichte ist, gibt es doch einige bemerkenswerte Spuren und Punkte, zu denen exemplarisch etwas berichtet werden kann. Die bisherigen Wanderungen bezogen sich aus historischen Gründen auf die Innenstadt des Stadtteils Elberfeld, denn hier lebten und arbeiteten die meisten Juden, hier wurde der erste Friedhof angelegt und die erste Synagoge gebaut, hier sind auch heute das Büro und der Betsaal der Jüdischen Kultusgemeinde Wuppertal. Geplant sind allerdings für 1998 weitere Exkursionen, z.B. über den größten der drei jüdischen Friedhöfe am Weinberg und eine weitere für die jüdische Geschichte im Stadtteil Barmen.
Der Ausgangs- und Treffpunkt ist der älteste jüdische Friedhof Wuppertals, ein 1810 von den ersten nachweisbaren Juden Elberfelds erworbenes ca. 1000 qm großes Grundstück in der Weißenburgstraße.
 Besuch auf dem Jüdischen Friedhof Weißenburgstraße
Auf dem kleinen Friedhof sind einige lokal wichtige Persönlichkeiten begraben, z.B. die Eltern und der Bruder von Else Lasker-Schüler, Amalie Wahl, die Gattin eines der ersten Barmer Geschäftsmanns, Betty Auerbach, die Gattin des ersten Elberfelder Rabbiners Dr.Zacharias Auerbach u.a. Auszüge aus historischen Quellentexten und andere Zitate bereichern die Lebensskizzen. Beispiele von unleserlichen Schriftplatten, eingesunkenen und umgestürzten Steinen werfen die Fragen nach der Erhaltung der jüdischen Friedhöfe und nach der Pflege auf, die sich hier das Forstamt der Stadt Wuppertal und eine Arbeitsgemeinschaft der nahen "Gesamtschule Else Lasker-Schüler" teilen.
Das Viertel zwischen dem Friedhof und der Innenstadt Elberfeld war früher und ist auch jetzt noch eins der ärmeren; hier war früher das Viertel der ostjüdischen Flüchtlinge und des jüdischen kleinen Handwerks. Bemerkungen zur jüdischen Wohnstruktur in Elberfeld sind auf diesem Weg das Thema.
Kurz vor der Begegnungsstätte, die mitten im Zentrum der Stadt Elberfeld liegt, führt die Wanderung in eine heute neu bebaute Straße, in der 1933 einer der ersten Juden Elberfelds von einem
 Oswald Laufer
| fünfköpfigen Trupp von SA-Männern erschossen wurde. Die Individualgeschichte des Reichsbanner-Angehörigen Oswald Laufer, an den durch eine Gedenktafel erinnert wird, beleuchtet den Aspekt der frühen Auseinandersetzungen zwischen den gerade in Elberfeld hochpolitisierten SA-Schlägertrupps einerseits und den z.T. militanten Abwehrgruppen der Sozialdemokraten und Kommunisten, darunter auch Juden, andererseits.
Die Innenstadt Elberfelds bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte: An einigen Stellen wird durch Tafeln und Denkmäler an Else Lasker-Schüler erinnert, die Geschäfte verweisen auf die seit 1933 enteigneten jüdischen Firmen, die es einmal gegeben hat, das Portal der Stadtbibliothek, gestaltet von dem jüdischen Bildhauer Leopold Fleischhacker, und der Ort der beiden früheren "kleinen" Synagogen, die ostjüdische und die orthodoxe, sind die wichtigsten Stationen.
 Mahnmal am Bahnhof Steinbeck
| In der Friedrich-Ebert-Straße 73 befindet sich das Haus der Jüdischen Kultusgemeinde. Es diente der jüdischen Gemeinde früher als Altersheim, wurde seit 1939 von den Nazis als eines der mindestens sechszehn "Judenhäuser" genutzt, bevor die Gemeinde es nach dem Krieg als provisorische Synagoge mit Büro und Verwaltung eingerichtete. Am Bahnhof Steinbeck erinnert ein Obelisk mit vier Texttafeln an die fünf Massentransporte, mit denen mehr als 1000 Menschen in osteuropäische Ghettos deportiert worden sind. |