Das "Restkommando" bestand zunächst aus zwei politischen Häftlingen und 47 Zeugen Jehovas, von denen noch fünf später das Lager verließen. Sie wurden in der Werkstattbaracke auf dem Industriehof untergebracht. Die Kontrolle durch die SS lockerte sich; ihre Existenzbedingungen besserten sich. Die Bibelforscher nutzten die Lücken in der Bewachung aus, um ihren religiösen Zusammenhalt durch gemeinsame Bibelstudien zu stärken und um illegal Glaubensschriften zu vervielfältigen.
Seit 1942 wurden die Anhänger der Glaubensgemeinschaft bereits mit Bibeln, Glaubensschriften und Briefen versorgt, die ins Lager hineingeschmuggelt wurden. Nun versteckten noch in Freiheit lebende Bibelforscherinnen in "toten" Briefkästen "Wachtturm"-Ausgaben und Matrizen, Druckfarbe u. a. Den Häftlingen gelang es - unter den Augen der SS - einen provisorischen Druckbetrieb aufzubauen und mit einem selbstgebauten Vervielfältigungsapparat Glaubensschriften zu drucken. Mit Hilfe der Zeuginnen Jehovas wurden die Schriften im gesamten norddeutschen Raum verteilt.

Ehemalige Häftlinge des "Restkommandos" nach der Befreiung vor der Werkstattbaracke, 1945
Die Motive der Zeugen Jehovas für diese Untergrundarbeit lagen nicht im politischen Bereich, sondern in ihrem Glauben. Ihr Handeln war religiös motiviert. Um ihren Glauben ausüben zu können, waren sie bereit, die Gesetze zu übertreten und illegal zu arbeiten.
Politisch motivierter Widerstand lässt sich für das Konzentrationslager in Wewelsburg nicht belegen.
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