Wewelsburg - Kreismuseum
Mahnmal
   
Auf Initiative einer Gruppe von jungen Wewelsburgern, der "Arbeitsgruppe Gedenktag 2. April", fand am 2. April 1998 aus Anlass des 53. Jahrestages der Befreiung des KZ-Außenlagers ("Restkommando") in Wewelsburg eine Gedenkfeier auf dem ehemaligen Appellplatzes des KZ Niederhagen/ Wewelsburg statt.

Mitglieder der Arbeitsgruppe mit ehemaligen Häftlingen
Mitglieder der Arbeitsgruppe mit ehemaligen Häftlingen des KZ Niederhagen, 2. April 1998

Zu dieser Gedenkfeier lud die Arbeitsgruppe auch die Überlebenden des Konzentrationslagers ein. Während der Gedenkfeier legten die Jugendlichen zusammen mit den Überlebenden Blumen auf einem dreieckigen Kiesbett, das zuvor auf dem ehemaligen Appellplatz aufgeschüttet wurde, nieder.

Provisorisches Mahnmal
Provisorisches Mahnmal auf dem ehemaligen Appellplatz

Ansprache des ehemaligen Häftlings Mark W., 1998
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Dieses "provisorische Mahnmal" aus Kies sollte an die Stoffwinkel erinnern, die zur Kennzeichnung der KZ-Häftlinge an die Uniform geheftet wurden. Motiviert durch die positive Reaktion der Bevölkerung auf die Gedenkfeier, an der auch viele Wewelsburger und Besucher aus der Region teilnahmen, entschloss sich die AG, sich für die Errichtung eines dauerhaften Mahnmals auf dem ehemaligen Appellplatz einzusetzen.

Mit der AG "Gedenktag 2. April" gingen erstmals die Impulse für eine öffentliche Begegnung mit Überlebenden des Konzentrationslagers von einem Teil der Bevölkerung des Dorfes Wewelsburg aus. Dass sich gerade die junge Generation aus Wewelsburg für einen offenen Umgang mit der Geschichte - frei von etwaigen "Schuldgefühlen" - einsetzte, bot völlig neue Ansatzpunkte der Gedenkstättenarbeit und der Verständigung.

Auch im April 1999 führte die Arbeitsgruppe eine Gedenkfeier durch. Die jährlichen Gedenkveranstaltungen bieten seitdem eine aktive, lebendige Form der Erinnerung und des Gedenkens an die Opfer und mindestens 1.285 Toten des KZ Niederhagen.

Nachdem die Stadt Büren die Errichtung eines dauerhaften Mahnmals genehmigt hatte, wurden Kunststudenten der Universität/ Gesamthochschule Paderborn mit dem Entwurf eines Mahnmals beauftragt. Man einigte sich auf ein ebenerdiges, dreischenkliges Mahnmal aus Naturstein. Es besteht aus 196 gleichseitigen Dreiecken, die sich wiederum zu einem großen Dreieck zusammenfügen. Jedes Dreieck steht symbolisch für einen Häftling des KZ Niederhagen. Die höheren Dreiecke deuten weitere Ebenen (= weitere Opfer) an, die von dem Betrachter ergänzt werden können. Die Individualität jedes einzelnen Menschen und die Härte und Brutalität der Inhaftierung sollen durch die bruchrauhe Oberfläche der Dreiecke und durch die Höhenunterschiede innerhalb des Mahnmals verdeutlicht werden. Ein Rahmen aus Beton umgibt das Dreieck. Auf ihm wurde ein Metallband befestigt, auf dem folgender Text in drei Sprachen (deutsch, englisch und russisch) zu lesen ist:

"Dieses Dreieck ist dem Kennzeichen der KZ-Häftlinge nachgebildet. Am Ort des Appellplatzes des Konzentrationslagers Niederhagen erinnert es an die Opfer der SS-Gewalt in Wewelsburg von 1939 bis 1945."

Modell des geplanten Mahnmals
Modell des geplanten Mahnmals


Mahnmal auf dem ehemaligen Appellplatz, 2000
Mahnmal auf dem ehemaligen Appellplatz, 2000


Mahnmalseinweihung am 2. April 2000
Mahnmalseinweihung am 2. April 2000


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