Wewelsburg - Kreismuseum
Entstehung
   
Die Einrichtung einer dokumentierenden Ausstellung "zur Mahnung für die Lebenden und zum ehrenden Gedenken an die Opfer des KZ Niederhagen" wurde 1977 beschlossen. Nach fünf Jahren Forschungsarbeit durch Prof. Dr. Karl Hüser, damaliger Inhaber des Lehrstuhls für Landesgeschichte an der Paderborner Universität/ Gesamthochschule, wurde die Dokumentation am 20. März 1982 im eigens dafür vom Kreis Paderborn erworbenen und umgebauten ehemaligen SS-Wachgebäude eröffnet.

Überlebende des Konzentrationslagers im Gespräch mit Ausstellungsbesuchern, 1998
Überlebende des Konzentrationslagers
im Gespräch mit Ausstellungsbesuchern

Die Dokumentation und Gedenkstätte sieht ihren Auftrag zunächst darin, der Opfer des Konzentrationslagers zu gedenken. Die Kontakte zu den Überlebenden des Konzentrationslagers und den Angehörigen der Opfer stehen im Mittelpunkt der Arbeit. Über die ausführliche Information zum historischen Geschehen 1933 bis 1945, die einen wesentlichen Teil der Besucherbetreuung ausmacht, will sie die Besucher aber auch anregen, eine Verantwortung gegenüber der Geschichte zu entwickeln. Mit der Dokumentation existiert seitdem ein Ort der fortwährenden Auseinandersetzung mit der Vergangenheit in Wewelsburg - nach vielen Jahren des Verdrängens und Schweigens.

Überlebende berichten von ihren Erfahrungen im KZ Niederhagen, 1998
Überlebende berichten von ihren Erfahrungen im KZ Niederhagen, 1998
Jahrzehntelang fehlte jegliches Zeichen der Erinnerung auf dem ehemaligen Lagergelände, auf dem sich heute eine Wohn- und Gewerbesiedlung befindet. Bitten um die Errichtung eines Mahnmals von Überlebenden des KZ Niederhagen, die 1992 Wewelsburg besuchten, fanden vorerst kein Gehör. Erst auf Initiative einer Arbeitsgruppe junger Wewelsburger wurde vom Rat der Stadt Büren 1999 die Errichtung eines dauerhaften Mahnmals auf dem einstigen Appellplatz genehmigt. In Anwesenheit von ehemaligen Häftlingen konnte es am 2. April 2000 eingeweiht werden. Seitdem besteht für Überlebende, Angehörige und Nachgeborene ein würdiger Ort des Gedenkens und Erinnerns an der Stätte des ehemaligen Lagers.

Blick in die Werkstattausstellung
Blick in die Werkstattausstellung

Nach über 20 Jahren bedarf die alte Dauerausstellung einer inhaltlichen und gestalterischen Neukonzeption. Einige erste Gedanken dazu wurden im Sommer 2000 im Rahmen der Werkstattausstellung "Erinnerung braucht einen Ort" der Öffentlichkeit vorgestellt.


Präsentation eines SS-Julleuchters mit Mediensäule
Präsentation eines SS-Julleuchters
mit Mediensäule

Im Rahmen jüngerer Forschungen haben sich zahlreiche neue Gesichtspunkte, Themen, Quellen und Neuerwerbungen aufgetan, die in die zukünftige Ausstellung integriert werden sollen. Zu den bisherigen Aufgaben der Dauerausstellung als einzige KZ-Gedenkstätte in Nordrhein-Westfalen gehörte es, über das verbrecherische System der NS-Konzentrationslager und die spezielle Geschichte des KZ Niederhagen aufzuklären und der Opfer des NS-Systems zu gedenken. An diesem bundesweit besonderen historischen Ort soll nun die Möglichkeit genutzt werden, über die Darstellung des menschenverachtenden Systems der SS hinaus auf deren ideologische, okkulte Wurzeln, künstlerische und kulturelle Ideen und Vorstellungen einzugehen und sie in das Gesamtsystem des Nationalsozialismus einzubeziehen.
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