Stukenbrock-Senne - Dokumentationsstätte Stalag 326 (VI K)
Sowjetische Kriegsgefangene
   
Bericht des Paderborner Westfälischen Volksblattes vom 10. Juli 1941
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Bericht des Paderborner Westfälischen Volksblattes
vom 10. Juli 1941 über "bolschewistisches Untermenschentum". Am Erscheinungstag des Artikels trafen die ersten beiden Transporte mit Kriegsgefangenen von der Ostfront im Stalag 326 ein.

Mit dem Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 begann der eigentliche Krieg Hitlers: der Lebensraum- und Weltanschauungskrieg gegen den "jüdischen Bolschewismus". In dieser Auseinandersetzung galten die Soldaten der Roten Armee nach nationalsozialistischer Auffassung nicht als nach dem Kriegsvölkerrecht zu behandelnde Gegner, sondern als Todfeinde, die es im Interesse der Zukunft des deutschen Volkes durch einen Präventivkrieg zu vernichten galt.

Abtransport von Kriegsgefangenen, Oktober 1941
Abtransport von Kriegsgefangenen, Oktober 1941

Das betraf in besonderem Maße die sowjetischen Kriegsgefangenen, die als Verkörperung des "bolschewistischen Untermenschen" angesehen wurden. Diese wurden zu Hunderttausenden ins Deutsche Reich gebracht, wo man sie zunächst auf Truppenübungsplätzen in 11 speziellen "Russenlagern" von der deutschen Bevölkerung isolierte.

Die Ausstattung dieser Lager widersprach freilich bis in den Winter 1941/ 1942 hinein allen sonst völkerrechtlich üblichen Gepflogenheiten. Das Leben in Erdlöchern sowie Hunger, Krankheiten und eine durch Rücksichtslosigkeit gekennzeichnete Behandlung dezimierten die Zahl der Gefangenen drastisch.

Erdlöcher im Kriegsgefangenenlager Stalag 326, 1941
Erdlöcher im Kriegsgefangenenlager Stalag 326, 1941

Im Frühjahr 1942 lebte nur noch ein geringer Teil von ihnen; die "Russenlager" wurden aufgelöst bzw. in gewöhnliche Kriegsgefangenenlager umgewandelt, denen auch Gefangene aus anderen Nationen zugeordnet wudren. Bis Kriegsende blieben die sowjetischen Kriegsgefangenen für die NS-Propaganda aber Menschen, deren Leben nichts wert war und deren Behandlung sich lediglich an wirtschaftlichen, nicht aber an humanitären Kriterien zu orientieren hatte.
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