Stukenbrock-Senne - Dokumentationsstätte Stalag 326 (VI K)
Der Kriegsgefangenenfriedhof
   
Sterbenachweis eines russischen Kriegsgefangenen aus dem Jahr 1944
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Sterbenachweis eines
russischen Kriegsgefangenen
aus dem Jahr 1944

Die Toten des Lagers wurden von den Deutschen in Massengräbern auf einem rund 1½ Kilometer vom Lagergelände entfernten Areal in der Nähe des Gemeindefriedhofs verscharrt.

Gleich nach der Befreiung bemühten sich die Überlebenden, den Friedhof ihrer verstorbenen Kameraden zu einem Ort des Gedenkens umzugestalten.

Kriegsgefangenenfriedhof, 1944
Kriegsgefangenenfriedhof, 1944

Am 5. April 1945 legten die ehemaligen Kriegsgefangenen A. A. Mordanj, W. F. Chopersky und N. P. Smirnow eine Zeichnung und die technischen Unterlagen für den Bau eines Denkmals vor. Zwei Tage später, am 7. Mai, begann eine 130 Mann starke Gruppe ehemaliger Gefangener mit den Bauarbeiten. Dabei wurden sie auch von deutschen Einwohnern unterstützt. Am 30. April 1945 wurde das Denkmal fertiggestellt: Ein 10 Meter hoher Obelisk, verkleidet mit Granit, Marmor und heller Keramik. Drei rote Sterne wurden in der oberen Hälfte angebracht. Die Spitze zierte eine aus Glaskeramik angefertigte rote Fahne mit der Inschrift "UdSSR". Im Beisein von mehr als 10.000 Menschen wurde das Denkmal am 2. Mai 1945 feierlich eingeweiht.

Einweihungsfeierlichkeit am 2. Mai 1945
Einweihungsfeierlichkeit am 2. Mai 1945

In den folgenden Tagen errichteten die ehemaligen Gefangenen heute noch vorhandene Steine zur Kennzeichnung der insgesamt 36 Massengräber, legten Steinschuttpfade an, pflanzten Bäume und stellten Bänke auf. Im Laufe von drei Monaten besuchten rund 35.000 Menschen den Friedhof. Am 28. Juli 1945 wurde das ehemalige Lager aufgelöst und die letzten Überlebenden kehrten in ihre Heimat zurück.

Eingangstor zum Friedhofsareal, 1945
Eingangstor zum Friedhofsareal, 1945

Im Zeichen des Kalten Krieges ließ die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen in den 1950er Jahren die rote Fahne mit Hammer und Sichel aus Glaskeramik, die den Obelisken krönte, entfernen, da sie als sowjetisches Staatssymbol interpretiert wurde, und durch ein orthodoxes Kreuz ersetzen.

Obelisk mit ursprünglicher Fahne, 1945
Obelisk mit ursprünglicher Fahne, 1945

Obelisk mit orthodoxem Kreuz in den 1950er Jahren
Obelisk mit orthodoxem Kreuz in den 1950er Jahren

Im Rahmen einer Neugestaltung erhielt der Friedhof in den 1960er Jahren sein heutiges Aussehen. Nach Stukenbrock wurden auch 1.230 weitere sowjetische Kriegstote aus dem Regierungsbezirk Detmold, fast ausschließlich Kriegsgefangene, umgebettet und in Einzelgräbern beigesetzt.

Ein aus überdimensionalen gusseisernen Nägeln gearbeitetes Tor führt auf den Friedhof, auf dem sich heute der Obelisk aus dem Jahr 1945, eine Gedenkhalle sowie eine 1964 geschaffene Kreuzgruppe des Paderborner Bildhauers Josef Rikus befinden. Am Eingang zum Friedhof informiert seit 1982 eine Tafel über die Geschichte des Lagers und die Erinnerungszeichen auf dem Friedhof.

Blick über die Massengräber auf die Kreuzgruppe, 1999
Blick über die Massengräber auf die Kreuzgruppe, 1999

Kranzniederlegung durch die Ehefrau des damaligen sowjetischen Staats- und Parteichefs, Raissa Gorbatschowa, am 13. Juni 1989
Kranzniederlegung durch die Ehefrau
des damaligen sowjetischen Staats-
und Parteichefs, Raissa Gorbatschowa,
am 13. Juni 1989


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