Die Synagoge im Ortsteil Bork gehört zu den wenigen noch existierenden Landsynagogen im Münsterland. 500 Silbergroschen ließ sich die Synagogengemeinde Olfen, hierzu zählte Bork, den (Um-) Bau eines Versammlungshauses Anfang des 19. Jahrhunderts kosten. Gesichert ist, dass das Synagogengebäude bereits im Häuserverzeichnis von 1818 und im Urkataster von Bork aus dem Jahr 1824 verzeichnet ist.
Über mehr als 100 Jahre diente das Gebäude als Zentrum der etwa elf Familien bzw. rund 60 Mitglieder umfassenden jüdischen Gemeinde in Bork und Selm. Mit der "Machtergreifung" der Nationalsozialisten wurden sie zunehmend diskriminiert und aus der Dorfgemeinschaft ausgeschlossen. Unter Druck mussten alle Borker Juden, die ein Geschäft besaßen, dieses verkaufen. In der Nacht des 9. November 1938 wurde auch die Borker Synagoge geplündert und ihre Inneneinrichtung zerstört. Nur die enge Bebauung im Dorf verhinderte wohl das Abbrennen. Nachdem die jüdische Gemeinde zum Verkauf des Gebäudes gezwungen worden war, diente es als Kohlelager. Im Dezember 1941, Januar 1942 und Juli 1942 wurden die letzten zwölf der noch nicht deportierten oder geflüchteten Juden aus Selm und Bork zunächst in die Steinwache nach Dortmund und dann in Konzentrationslager verschleppt. Im Sommer 1942 endete die Existenz der jüdischen Kultusgemeinde Bork.
Noch bis 1981 wurde die ehemalige Synagoge in Bork als Lagerraum genutzt. 1983 stellte der Minister für Landes- und Stadtentwicklung das Gebäude unter Denkmalschutz. Die Gemeinde kaufte es fünf Jahre später und ließ es mit Mitteln des Landes ab 1991 restaurieren. Am 18. Mai 1994 wurde die ehemalige Synagoge der Öffentlichkeit als "Kulturstätte mit mahnendem und erinnerndem Charakter" übergeben. Um das Gebäude durch seine Schlichtheit und seine kleinen Ausmaße wirken zu lassen, wird im Hauptraum bewusst auf Ausstellungen verzichtet. Er wird heute für kulturelle Veranstaltungen genutzt und so der Bevölkerung als besonderer Ort nahegebracht. Im Vorraum, der von 1820 bis 1899 als jüdische Schule genutzt wurde, sind die Biographien der jüdischen Familien in Selm und Bork dokumentiert worden. In einer Vitrine findet man Fragmente alter Gebetsbücher, die bei den Restaurierungsarbeiten von Handwerkern auf dem Dachboden entdeckt wurden. |