Als das Kabinett Hitler/ Papen/ Hugenberg sein Amt antrat, veranstalteten auch in Krefeld die Nazi-Anhänger einen Fackelzug. Gleichzeitig fanden Demonstrationen und Kundgebungen der KPD und der SPD gegen die neue Regierung statt. Von Anfang an wurden aber gegnerische Meinungsäußerungen rigoros unterdrückt. Betroffen waren alle Parteien, besonderes aber die Kommunisten. Die Führer der Krefelder KPD wurden 1933 verhaftet. Versuche, eine Parteiorganisation aufzubauen, wurden bespitzelt. Die Beteiligten verurteilte ein Sondergericht in Massenprozessen zu Haftstrafen, die nicht im Verhältnis zu ihren Aktionen standen. So wurde zum Beispiel der Schlosser Aurel Billstein im Februar 1935 zu sieben Jahren Haft verurteilt, weil man ihm den Versuch einer Neuorganisation der Krefelder KPD vorwarf. Mit dem Ausbau der politischen Polizei zur allmächtig wirkenden Gestapo, den Terrorurteilen und dem Druckmittel Konzentrationslager gelang es bis zum Ende des Dritten Reiches, die politische Opposition mundtot zu machen.

Aurel Billstein (hochaufgerichtet, vierter von rechts) 1933 im Lager Sonnenburg
Widerstand gegen nationalsozialistische Politik gab es in Krefeld auch aus religiöser Überzeugung. Wie überall gerieten "Bibelforscher" (Jehovas Zeugen) mit dem totalen Staat aneinander. Aber auch katholische Priester und Laien kamen in Gegensatz zur Politik, besonders wo sie den Zugriff der Nationalsozialisten auf die Jugend nicht zulassen wollten. Ein weiterer Konfliktpunkt war der nationalsozialistische Rassismus, dort wo er zu Sterilisationen, Zwangsabtreibungen und zur Tötung angeblich "lebensunwerten Lebens" (Euthanasie) führte. Trotzdem gelang des weder den Alexianer-Brüdern noch den Augustinerinnen in Krefeld, ihre behinderten Pfleglinge zu schützen.
Während der Kriegszeit wurden die Mitarbeiter der Gestapodienststelle Krefeld offensichtlich zunehmend nervös. Verfolgt wurden jetzt nicht mehr nur mehr oder weniger fest umrissene Gruppen. Völlig unberechenbar konnte es jeden treffen - ob der Nachbar nun einen Lichtstreifen am verdunkelten Fenster entdeckte, der Kollege mitbekam, dass der falsche Radiosender eingestellt war oder irgendeine Meckerei weitergetratscht wurde. Die Gestapo entwickelte ihre ganz eigene Definition, was denn unter Widerstand zu verstehen wäre. Eine der letzten Aktionen der Gestapo im Herbst 1944 war die Verhaftung aller derer, die als Führungspersönlichkeiten eines anderen Deutschlands in Betracht hätten kommen können. Der ehemalige SPD-Landtagsabgeordnete Friedrich Lewerentz geriet so in das Konzentrationslager Sachsenhausen, obwohl man ihm nichts Konkretes vorwerfen konnte. Er starb kurz vor der Befreiung bei einem der Evakuierungsmärsche.
Zu denen, die die Diktatur überstanden, gehörte der bereits erwähnte Aurel Billstein. Er blieb weiterhin politisch aktiv. Nach dem Verbot der KPD in der Bundesrepublik konzentrierte er sich auf gewerkschaftliche Arbeit im Rahmen der IG-Metall. Als Rentner forderte er unermüdlich die Aufklärung über die Verbrechen des Nationalsozialismus und die Ehrung seiner Opfer ein. Der Ehrenbürger der Stadt Krefeld starb hochbetagt im Februar 1996.
Auf dem Krefelder Friedhof an der Heideckstraße befindet sich ein Mahnmal für die Opfer politischer Verfolgung. An dieser Stelle wurden bestattet die Urnen von:
Johann Baumann (KZ Dachau), Josef Birgels (KZ Dachau), Johann Dörper (KZ Dachau), Katharina Dollbaum (KZ Auschwitz), Joseph Driessen (KZ Dachau), Heinrich Hackenbroich (KZ Buchenwald), Heinrich Hitzler (KZ Sachsenhausen), Elly Kessels (KZ Auschwitz), Walter Laurentius (KZ Dachau), Karl Lifters (KZ Dachau), Mathilde Pegels (KZ Auschwitz), Peter Pohlen (KZ Dachau), Paul Prison (KZ Groß-Rosen), Wilhelm Raades (KZ Buchenwald), Wilhelm Schaages (KZ Dachau), Friedrich Thissen (KZ Buchenwald), Auguste Trips (KZ Ravensbrück), Erich Weinberger (KZ Dachau).
 Das Denkmal in der Nähe des Krematoriums, Wolfgang Nestler 1987
Dort wird auch der folgenden Menschen gedacht:
Peter Adams (Langenholthausen), Hans Amend (Zuchthaus Lüttringhausen), Werner Barkholt (KZ Dachau), Paula Billstein (nach KZ Lichtenburg), Hans Böckling (Gefängnis Düsseldorf, Dr. Jacob Bungart (Gefängnis Düsseldorf), Friedrich Ferlings (KZ Sachsenhausen), Hans Funger (Zuchthaus Celle), Karl Henning (KZ Buchenwald), Karl Hülser ( KZ Sachsenhausen), Willi Jans ( KZ Dachau), Ewald Jansen (Gefängnis Anrath), Franz Kammen (Zuchthaus Lüttringhausen), Peter Kersten ( KZ Buchenwald), Josef Klais ( Zuchthaus Lüttringhausen), Karl Krahwinkel (KZ Buchenwald), Hans Labey (KZ Sachsenhausen), Friedrich Lewerentz ( KZ Sachenhausen/KZ Bergen-Belsen), Josef Mahler (Gefängnis Düsseldorf), Johann Nolden (KZ Stutthof), Dr. Karl Wegerhoff (Gefängnis Essen), Heinrich Zöhren (KZ Dachau) und Heinrich Plum (nach KZ Buchenwald).
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