 Die Schwestern Heymann aus England (Großnichten von Richard Merländer) im Eingangsbereich
| In der Villa Merländer ist die Ausstellung "Krefeld und der Nationalsozialismus" zu sehen, wenn nicht gerade eine Sonderausstellung (Info bei "Veranstaltungen") gezeigt wird.
Im ersten Raum geht es auf den Ausstellungstafeln darum, wie die Nationalsozialisten die Stadt Krefeld eroberten. Mit Rückendeckung der Hitler-Regierung aus Berlin verhafteten sie ihre politischen Gegner und wählten sich einen Nazi zum Oberbürgermeister. Die nächsten Tafeln beschäftigen sich mit den ersten Massnahmen, die gegen die Juden in Krefeld gerichtet waren. In den Vitrinen auf der anderen Seite des Ganges sind die Folgen des Antisemitismus für eine Krefelderin zu sehen: der Pass mit dem aufgestempelten "J", ein Kleid mit ihrem Judenstern und Dokumente aus dem Konzentrationslager Theresienstadt.
Im zweiten Raum sieht man, wie es mit den anderen weiterging: den Aufbau der NS-Organisationen Deutsche Arbeitsfront und Hitlerjugend, des rassistischen Gesundheitswesens und die ersten Kriegsvorbereitungen. Dem gegenüber stehen die Schicksale der Menschen, die sich gegen die Diktatur wehrten und die von der Gestapo Düsseldorf Außenstelle Krefeld verhaftet wurden.
Im Raum 3 kann man die Geschichte des Hausherren Richard Merländer als ein Beispiel aus der jüdischen Gemeinschaft Krefelds nachlesen. Andere Lebensläufe stehen für andere Geschichten: geglückte und gescheiterte Emigration, Widerstand, Deportation in Ghettos oder Vernichtungslager. In diesem Raum haben auch die Tücher mit den Namen aller Krefelder Juden, die im Zusammenhang mit den Deportationen Opfer des Nationalsozialismus wurden (Projekt Gedenktuch), ihren Platz gefunden.
 Blick in die Ausstellungsräume mit Gedenktuch und Fenster aus der zerstörten Synagoge in Krefeld-Linn
Der letzte Raum zeigt Krefeld im Krieg: wie sehr die Stadt zerstört war, wie 1943 die Schüler in den Krieg gezogen wurden und welche Zerstörung noch angerichtet wurde, bevor die Stadtoberen sich auf die andere Rheinseite zurückzogen und die Krefelderinnen und Krefelder ihrem Schicksal überließen.
Im Keller kann man dann noch einen Raum sehen, der früher ein Luftschutzkeller war. Er wurde mit Originalgegenständen wieder wie ein Luftschutzraum hergerichtet.
|