Die verstorbenen Kriegsgefangenen aus dem Stalag VI A wurden auf gesonderten Friedhöfen bzw. auf einem abgetrennten Teil des kommunalen Waldfriedhofs beerdigt. Nach dem Zweiten Weltkrieg bestanden fünf Begräbnisplätze für Kriegsgefangene (Waldfriedhof, Friedhof am Höcklingser Weg, Massengrab am Haseloh, Friedhof auf dem Duloh und der Italiener-Friedhof auf dem Duloh ), von denen drei bis Ende der 1950er Jahre aufgelöst wurden. Heute bestehen noch zwei Kriegsgräberstätten in Hemer.
Friedhof am Höcklingser Weg

 Friedhof am Höcklingser Weg, ca. 1943
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Im Dezember 1941 stieg die Zahl der sowjetischen Kriegsgefangenen auf fast 2.600 und verdoppelte sich damit gegenüber dem Vormonat. Die Todesfälle häuften sich, und weder Lagerleitung noch örtliche Behörden schienen darauf vorbereitet zu sein. In aller Eile pachtete die Stadt Hemer im Januar 1942 von der Evangelischen Kirchengemeinde eine an den Friedhof angrenzende Wiese am Höcklingser Weg als Begräbnisplatz für sowjetische Kriegsgefangene.

 Denkmal auf dem Friedhof am Höcklingser Weg
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Anfang 1943 war die Aufnahme-fähigkeit des Friedhofes bereits erschöpft, und er musste geschlossen werden. In etwa 15 Monaten wurden hier ca. 3.000 Menschen in 16 Massengräbern beerdigt. Im Jahre 1949 wurde das Friedhofsgelände grundlegend umgestaltet. Man ebnete die gesamte Fläche ein und pflanzte Rasen und vorwiegend Birken an. Lage und Verlauf der Reihengräber sowie der ursprünglichen Wege sind seitdem nicht mehr zu erkennen. Ende 1965 wurde das inzwischen verfallene, noch von sowjetischen Gefangenen nach der Befreiung des Lagers aus Beton errichtete Denkmal durch einen neuen, vom Mendener Bildhauer Walter Voss gestalteten Gedenkstein ersetzt. Das neue Denkmal wurde am 26.11. 1967 (Totensonntag) feierlich enthüllt. Es besteht aus drei fein behauenen, sich verjüngenden Ruhrsandstein-Quadern. Der mittlere trägt die Inschrift "Hier ruhen 3000 sowjetische Bürger, die in den Jahren 1941-1945 fern der Heimat starben". An der Spitze des oberen Quaders ist ein Sowjetstern eingemeißelt. Die Kriegsgräberstätte erhielt ihren heutigen Charakter nach einer weiteren Umgestaltung im Jahre 1975.
Friedhof auf dem Duloh
Ende März 1943 erhielt das Stalag ein ca. 2 km entferntes Grundstück auf der Anhöhe des Duloh westlich des Stadtzentrums. Die Leichen wurden hier ebenso würdelos verscharrt wie zuvor auf dem Friedhof am Höcklingser Weg. Im Stalag wurden die Leichen entkleidet, in Ölpapier eingehüllt und verschnürt. Als im letzten Kriegsjahr kein Papier mehr verfügbar war, warf man die Toten nackt auf den Wagen. Den Bewohnern der oberen Stockwerke in den Häusern an der Fahrtroute bot sich bei den Transporten von oben ein grausiger Ausblick auf die übereinander geschichteten Toten. Die Erinnerung daran ist manchen ehemaligen Anwohnern bis heute unauslöschlich in Erinnerung geblieben.
| "Damals war die Bebauung vor dem Lagertor noch sehr locker, und wir konnten von unserem Haus aus den Lagereingang gut einsehen. An einem Abend geschah es – es war Sommerzeit und wir waren im Garten – dass ein Rad des Totenwagens unter der Last zerbrach. Die Toten, in Papier verpackt, wurden abgeladen und auf die Straße gelegt, bis ein neues Fahrzeug herbeigeschafft werden konnte. Einen Toten hatte man an einem anderen Tag im Halbdunkel einfach verloren. Einer unserer Nachbarn fand ihn und meldete dies der Lagerwache." |
Aus den Erinnerungen eines Zeitzeugen

 Denkmal auf dem Duloh
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 Das 1996 errichtete orthodoxe Kreuz
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Nach Kriegsende gab die sowjetische Militärmission den Auftrag, ein Denkmal zu errichten. Das von dem russischen Architekten Leutnant Lewitzkij entworfene Monument wurde am 9. Oktober 1945 in Anwesenheit sowjetischer und britischer Offiziere sowie des Hemeraner Bürgermeisters Kleffner feierlich eingeweiht. Das Flachrelief zeigt im Stil des sozialistischen Realismus drei von der Sklavenarbeit erschöpfte, leidende Kriegsgefangene. Ein fünfzackiger Sowjetstern mit Hammer-und-Sichel-Emblem bekrönt das Denkmal.
Im November 1996 wurde als Zeichen des Glaubens und der Hoffnung rechts vom Mittelweg ein großes orthodoxes Kreuz aufgestellt und am Volkstrauertag am 17. November unter großer Anteilnahme der Bevölkerung von Vertretern der russisch-orthodoxen Kirche eingeweiht.
Der Friedhof auf dem Duloh ist als Kriegsgräberstätte jedermann zugänglich und über ausgeschilderte Straßen vom Stadtzentrum Hemer aus gut zu erreichen. Er hat eine Fläche von 6.728 qm und ist von einem Zaun und einer Hecke umgeben. Der hauptsächlich von Birken geprägte Baumbestand gibt dem Friedhof ein hainartiges Erscheinungsbild. Alle Massengräber liegen ungekennzeichnet unter der Rasenfläche, die nur von mehreren kleinen Beeten, Plattenwegen und der Bepflanzung der Einzelgräber unterbrochen wird. Durch das Eingangstor gelangt der Besucher auf einem breiten Mittelweg zum Denkmal. Links neben dem Mittelweg liegen 22 Einzelgräber in 2 Reihen.
 Der Gedenkstein für die verstorbenen französischen Gefangenen in der Werkstatt 1941/42
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  Einzelgräber
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Weitere 74 Einzelgräber entlang der Umzäunung befinden sich in der nordöstlichen Spitze des Geländes. Hier hat auch die 1941 von einem Franzosen geschaffene Stele einen Platz gefunden, die mit Erlaubnis des Lagerkommandanten zum Gedenken an verstorbene Kameraden hergestellt werden durfte.
Ausführliche Darstellung zu den Kriegsgräberstätten in Hemer |
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