Gelsenkirchen - Dokumentationsstätte "Gelsenkirchen im Nationalsozialismus"
Ausstellung
   
Das Gebäude der Dokumentationsstätte war während des "Dritten Reiches" Sitz einer NSDAP-Ortsgruppe. In einem Büro und späteren Schulungsraum wurde eine über die gesamte Zimmerwand verteilte Wandinschrift angebracht. Diese Wandinschrift, die einen der wenigen authentischen Überreste aus der nationalsozialistischen Zeit in Gelsenkirchen darstellt, gibt das NSDAP-Programm von 1920 wieder und ist heute in der Dokumentationsstätte zu besichtigen.

Die Wandinschrift der Nationalsozialisten, das 25-Punkte-Programm von 1920, in der Dauerausstellung
Die Wandinschrift der Nationalsozialisten, das 25-Punkte-Programm von 1920, in der Dauerausstellung

Kern der Dokumentationsstätte ist eine Dauerausstellung über das Leben der Gelsenkirchener während des "Dritten Reiches". Die Dauerausstellung wurde auf der Grundlage wissenschaftlicher Forschung vom Institut für Stadtgeschichte erarbeitet. Ziel der Ausstellung an einer der wenigen erhaltenen historischen Stätten zur Geschichte des Nationalsozialismus in Gelsenkirchen ist es, die Ursachen und Folgen der nationalsozialistischen Herrschaft am Beispiel der Ruhrgebietsstadt Gelsenkirchen zu dokumentieren. Durch die Anregung zur Erinnerung und zu selbständigem entdeckenden Lernen soll die Dauerausstellung den Opfern der nationalsozialistischen Herrschaft und den Gegnern des NS-Regimes Gerechtigkeit widerfahren lassen.

Neben der Dokumentation und historischen Einordnung dient die Ausstellung der politischen Bildung. Die nach modernen didaktischen Gesichtspunkten gestaltete Ausstellung soll Anregungen zur Auseinandersetzung mit der jüngeren deutschen Geschichte und ihrer lokalen Konkretisierung bieten.

Von einer ganzen Reihe weiterer Gedenk- und Dokumentationsstätten unterscheidet sich die Gelsenkirchener Einrichtung dadurch, dass sie in ihrer Darstellung an einem Ort, den die Nationalsozialisten für ihren Herrschaftsapparat nutzten, schwerpunktmäßig die Geschichte der Nationalsozialisten und der Masse der Bevölkerung, die sich dem Regime nicht verweigerte, behandelt. Notwendigerweise wird in der Dauerausstellung zwar auch der Widerstand gegen den Nationalsozialismus behandelt, und es wird natürlich auch auf die zahlreichen Opfer der nationalsozialistischen Politik eingegangen, Schwerpunkt der Ausstellung ist aber das Verhalten der Vertreter des NS-System, das Leben der "normalen" Mehrheitsbevölkerung und deren Beteiligung an den Verbrechen während des "Dritten Reiches" sowie deren Wahrnehmung der Realität des NS-Regimes. Diese Orientierung der Einrichtung soll auch der Name der Dokumentationsstätte "Gelsenkirchen im Nationalsozialismus" deutlich machen.

Der Aufbau der Dauerausstellung
"Gelsenkirchen im Nationalsozialismus"





Treppenaufgang:
Geschichte des Hauses an der Cranger Straße 323, Beschäftigung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit in Gelsenkirchen, Darstellung der Forschungsarbeiten des Instituts für Stadtgeschichte

Raum 1:
Darstellung der fehlenden demokratischen Kultur in der Zeit der Weimarer Republik, der krisenhaften Wirtschaftslage und der sozialen Situation der Bevölkerung als Hintergrund des Aufstieges der Nationalsozialisten

Raum 2:
Dokumentation der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten und der Errichtung der NS-Herrschaft in Gelsenkirchen

Raum 3:
Darstellung der Realität der nationalsozialistischen "Volksgemeinschaft" und der Akzeptanz des Nationalsozialismus durch die Bevölkerung

Raum 4:
Darstellung der nationalsozialistischen Ideologie und ihrer Konsequenzen

Raum 5:
Beschreibung des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus, der Gruppen und Formen des Widerstandes und der Verfolgung Andersdenkender durch die nationalsozialistischen Behörden

Raum 6:
Dokumentation über den Zweiten Weltkrieg in seinen Auswirkungen auf Gelsenkirchen und über die Unterstützung des Krieges durch die Bevölkerung bis zur Befreiung vom Nationalsozialismus

Inszenierung zum Thema "Bücherverbrennung"
Inszenierung zum Thema "Bücherverbrennung"
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