 Mahnmal am Nordfriedhof nach einem Entwurf von Jupp Rübsam; ausgeführt von Erich Mog in Hohenfelser Basaltlava (Gesamthöhe 10 m, Figuren 7,5 m) | Bereits kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde vorgeschlagen, eine Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus in Düsseldorf zu errichten. Beschlossen wurde zunächst die Errichtung eines zentralen Mahnmals, das aber erst im November 1958 am Nordfriedhof enthüllt wurde und nun zugleich dem Gedenken an "die Opfer des politischen Terrors", "die Opfer des Krieges und der Gefangenschaft" und der "Flüchtlinge und Heimatvertriebenen" dienen sollte. Die Forderung nach einer Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus blieb bestehen.
Infolge der Eröffnung des Prozesses gegen ehemalige Angehörige der Kommandantur und der Wachmannschaften des Konzentrationslagers Majdanek, Mitte der siebziger Jahre in Düsseldorf, wurden die Überlegungen, eine zentrale Gedenkstätte einzurichten, von Jugendverbänden, Organisationen der Verfolgten, Kirchengemeinden und der Jüdischen Gemeinde wieder aufgegriffen. Als historischer Ort wurde zunächst ein Gebäude im Ortsteil Gerresheim vorgeschlagen, das der dortigen jüdischen Gemeinde von 1875 bis 1909 als Synagoge gedient hatte und nun Anfang der achtziger Jahre abgerissen werden sollte.
 Synagoge in Gerresheim kurz vor dem Abriss 1984
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 Ehemalige Reuterkaserne in der Eiskellerstraße
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Ausführlicher Text zur Geschichte des Stadthauses |
Die Forderung nach einer Gedenkstätte veranlasste den Düsseldorfer Stadtrat, eine Liste von Gebäuden und Örtlichkeiten zu erstellen, die für die nationalsozialistische Verfolgung in der Stadt von Bedeutung waren, und dort schließlich Mitte 1984 Gedenktafeln anbringen zu lassen. Bereits am 25. Februar 1984 war die ehemalige Synagoge in Gerresheim aber von zwei Jugendlichen mit antisemitischen Parolen beschmiert und in Brand gesetzt worden. Die Synagoge wurde daraufhin abgerissen.
Insbesondere der Jugendring Düsseldorf hielt die Forderung nach einer Gedenkstätte, die sich an einem historischen Ort befinden sollte, aufrecht und machte den Vorschlag, diese in der Reuterkaserne in der Düsseldorfer Altstadt unterzubringen. Dorthin waren 1933 zahlreiche politische Gegner verschleppt und schwer gefoltert worden.
Am 17. Juli 1986 wurde schließlich von allen im Rat vertretenen Parteien beschlossen, im
Stadthaus an der Mühlenstraße 29 eine Mahn- und Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus einzurichten. Das Gebäude war seit dem Ende des 17. Jahrhunderts durch den Jesuitenorden errichtet worden.
Während des Nationalsozialismus befanden sich neben dem staatlichen Polizeipräsidium, das am 31. März 1934 auszog, der 20. SS-Standarte und der Heeresstandortverwaltung auch einige städtische Behörden, wie das Amt für Statistik und Wahlen, das Liegenschaftsamt, das Stadtpolizeiamt und das Zentralarbeiteramt in dem Gebäudekomplex.
Alle diese Institutionen waren jeweils in ihrem Tätigkeitsbereich auch mehr oder weniger an der Verfolgung von politischen Gegnern, sogenannten "Asozialen", Juden, Sinti und Roma, Homosexuellen, Zwangsarbeitern, psychische Kranken und Deserteuren beteiligt. Im Keller wurden öffentliche Luftschutzräume errichtet, deren Reste noch heute sichtbar und Teil der Gedenkstätte sind.

Blick in die Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf
Die Gedenkstätte mit der ständigen Ausstellung "Verfolgung und Widerstand in Düsseldorf 1933 - 1945" wurde am 17. September 1987 eröffnet. Ihre Lage zwischen Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen und Rheinpromenade, vor allem aber ihr vielfältiges Angebot, hat sie zu einem Teil der Stadtkultur werden lassen.
(F. S.) |