Mit vielfältigem Engagement widmen sich vielerorts in Nordrhein-Westfalen Gedenkstätten, Dokumentationszentren, Begegnungs-stätten und Lernorte der Auseinandersetzung mit der Geschichte des Nationalsozialismus. Sie verweisen auf die Rolle der regionalen und lokalen Ebene in der Diktatur, finden Spuren, fragen nach dem Schicksal von Verfolgten und analysieren kritisch das Handeln der Täter vor Ort.
 Der Vorstand des Arbeitskreises |
Vor diesem historischen Hintergrund leisten die Gedenkstätten heute nicht nur einen Beitrag zur Forschung, sondern auch zur Bildung und Begegnung von Menschen unterschiedlicher Herkunft, Generationen und Nationen. Ihr nachdrückliches Nein zu Ausgrenzung, Antisemitismus, Gewalt und Fremdenfeindlichkeit in der Gegenwart verbinden die Haupt-, Neben- und Ehrenamtlichen in den Einrichtungen mit Ansätzen und Lernmodellen für mehr Demokratie, für faire Konfliktlösungen, Akzeptanz von Menschenrechten und für ein toleranteres gesellschaftliches Klima in der Gegenwart.
 Ausstellungsrundgänge und Rechercheangebote in den Gedenkstätten: Jede Einrichtung in Nordrhein-Westfalen ermöglicht auf andere Weise historische Auseinandersetzung, Bildung und Begegnung vor Ort.
Alle Gedenkstätten in Nordrhein-Westfalen sind von Menschen aus verschiedenen Gruppen und jeden Alters initiiert worden. Sie haben in mehr oder weniger langwierigen Prozessen ihre Institutionalisierung durchsetzen können - in der Regel an einem für die Geschichte des Nationalsozialismus bedeutsamen Ort. Wenngleich ihre Etablierung unterschiedlich weit gediehen ist - manche sind von Vereinen getragen, andere von der öffentlichen Hand - verfügen sie über eine historische Ausstellung, führen Veranstaltungen und Sonderaus-stellungen durch. Sie folgen neuen Wegen in der Forschung und gehen eigene Wege in der Vermittlung des Themas. Sie sind ein wichtiges Merkmal der politischen Kultur des bevölkerungsreichsten Landes der Bundesrepublik Deutschland geworden.

Zeugnis ablegen für gegenwärtige und künftige Generationen: Engagierte Menschen in Nordrhein-Westfalen haben sich aus ganz unterschiedlicher Motivation heraus für die Schaffung von Erinnerungs- und Lernorten eingesetzt. Teils öffentlich, teils durch Gespräche oder Gremienarbeit in Politik und Gesellschaft.
Ausführlicher Text zur Entwicklung der Gedenkstätten in NRW zum Download
1993 konstituierte sich der Arbeitskreis der Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus in NRW e.V. Als Netzwerk bündelt er die Aktivitäten der Einrichtungen und schafft Öffentlichkeit - beispielsweise für die Belange von Verfolgten oder Angehörigen von Opfern der Terror- und Gewaltherrschaft.
Dem Arbeitskreis gehören folgende Erinnerungsstätten an:
- Gedenkstätte für die Bonner Opfer des Nationalsozialismus - An der Synagoge e.V., Bonn
- Jüdisches Museum Westfalen, Dorsten
- Mahn- und Gedenkstätte Steinwache, Dortmund
- Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf
- Alte Synagoge, Essen
- Dokumentationsstätte "Gelsenkirchen im Nationalsozialismus"
- Projekt "Wege der Erinnerung. Geschichte in Ostwestfalen-Lippe 1933-1945", Gütersloh
- Gedenkstätte Stalag VI A, Hemer
- Zellentrakt im Rathaus Gedenk-, Dokumentations- und Begegnungsstätte,
Herford
- NS-Dokumentationszentrum im EL-DE-Haus der Stadt Köln
- Lern- und Gedenkort Jawne, Köln
- NS-Dokumentationsstelle Villa Merländer, Krefeld
- Villa ten Hompel, Münster
- Gedenkhalle Schloss Oberhausen
- Aktives Museum Südwestfalen, Siegen
- Französische Kapelle des Oflag VI A in der Colonel BEM Adam Kaserne, Soest
- Dokumentationsstätte Stalag 326, Stukenbrock-Senne
- Kreismuseum Wewelsburg, Büren-Wewelsburg
- Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal
Mitglied im Arbeitskreis kann jeder werden, der an einer Mahn- und Gedenkstätte, an einem Lern- und Begegnungsort oder Dokumentationszentrum, soweit sich diese Einrichtung der Erforschung und Vermittlung des Nationalsozialismus widmet, beschäftigt ist. Der Jahresbeitrag beträgt 5,10 Euro. Spenden sind willkommen und steuerlich absetzbar. Die Konto-Nummer des Vereins lautet: Konto Nr. 340 651 85, Sparkasse Münsterland Ost (BLZ 400 501 50).
Vorsitzender:
Prof. Dr. Alfons Kenkmann
Anschrift:
Arbeitskreis NS-Gedenkstätten NRW e. V.
c/o Geschichtsort Villa ten Hompel
Kaiser-Wilhelm-Ring 28
48145 Münster
Telefon: (0049)-(0)251-492-7048
Telefax: (0049)-(0)251-492-7918
E-Mail: tenhomp@stadt-muenster.de
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